Tinnitus: Wie Osteopathie unterstützen kann

Pfeifen, Rauschen oder Brummen im Ohr, ohne dass eine äußere Geräuschquelle da ist: Tinnitus kann den Alltag stark belasten. Neben der ärztlichen Behandlung kann die Osteopathie eine Ergänzung sein, indem sie Spannungen im ganzen Körper aufspürt und löst.

Aus osteopathischer Sicht ist Tinnitus häufig mit erhöhter Spannung in Kiefer, Nacken, Schädel und den venösen Abflusswegen des Kopfes verbunden. Genau hier setzen wir an.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie wir in unserer Osteopathie-Praxis in München bei Tinnitus vorgehen, wann eine ärztliche Abklärung wichtig ist und was Sie selbst tun können.

Zuerst ärztlich abklären lassen

Bitte lassen Sie einen Tinnitus zuerst ärztlich untersuchen, in der Regel bei einer HNO-Ärztin oder einem HNO-Arzt. Besonders zügig sollten Sie ärztlichen Rat suchen, wenn das Ohrgeräusch plötzlich auftritt, nur auf einer Seite besteht, im Takt des Pulses schlägt oder mit Hörverlust, Schwindel oder Druck auf dem Ohr einhergeht. Die osteopathische Behandlung versteht sich als Ergänzung.

Der Kopf als Ende der Kette

Unser Körper ist über Muskeln, Faszien und Gelenke zu durchgehenden Ketten verbunden. Spannungen, die im Becken, im Rumpf oder im Schultergurt entstehen, setzen sich nach oben fort. Am Ende dieser Ketten liegt der Kopf, und dort machen sich die Spannungen oft bemerkbar.

Deshalb behandeln wir nicht nur Kopf und Ohr, sondern untersuchen den ganzen Körper und lösen Spannungszustände dort, wo sie entstehen.

Das venöse System im Kopf entlasten

Das Blut fließt aus dem Gehirn über große venöse Blutleiter ab, die sogenannten Sinus. Sie verlaufen zwischen den Hirnhäuten und sind eng mit den Schädelknochen verbunden.

Mit sanften osteopathischen Techniken entspannen wir die Strukturen rund um diese Sinus, um einen freien venösen Abfluss zu unterstützen. Viele Patientinnen und Patienten empfinden das als entlastend.

Spannung im Kiefer lösen

Sehr häufig hängt Tinnitus mit viel Spannung in der Kiefermuskulatur zusammen, etwa durch Zähnepressen, nächtliches Knirschen oder Stress. Kiefergelenk und Ohr liegen anatomisch direkt nebeneinander und sind über Muskeln, Bänder und Nerven eng verbunden.

Wir entspannen die Kaumuskulatur gezielt von außen. Manchmal ist es zusätzlich sinnvoll, im Mund bestimmte Bandstrukturen und Muskeln zu entlasten, die von außen nicht erreichbar sind. Gerade wenn der Kiefer stark angespannt ist, ist dieser Bereich ein wichtiger Ansatzpunkt.

Brustwirbelsäule und Nacken beweglich machen

Damit der Kopf frei und ausbalanciert auf der Wirbelsäule sitzen kann, braucht er eine bewegliche Basis. Besonders wichtig ist der Übergang zwischen Brust- und Halswirbelsäule: Ist er steif, entsteht eine statische Fehlbelastung, und die Nacken- und Kiefermuskulatur muss dauerhaft mehr Haltearbeit leisten.

Wir mobilisieren deshalb die Brustwirbelsäule und diesen Übergangsbereich, damit keine statischen Probleme bestehen bleiben, die immer wieder neue Spannung erzeugen.

Spannungen der Schädelplatten ausgleichen

Der Schädel besteht aus mehreren Knochenplatten. Beim Erwachsenen sind sie fest miteinander verwachsen, dennoch können sie und die angrenzenden Hirnhäute unterschiedliche Spannungen aufweisen.

Mit feinen, sanften Techniken der kraniosakralen Osteopathie arbeiten wir an diesen Spannungsunterschieden und beziehen dabei auch die umliegenden Strukturen ein, zu denen das Ohr gehört.

Entspannung lernen: Atemtechniken

Stress verstärkt bei vielen Menschen den Tinnitus, und der Tinnitus wiederum erzeugt Stress. Diesen Kreislauf wollen wir durchbrechen.

Deshalb zeigen wir Ihnen einfache Entspannungstechniken, zum Beispiel ruhige Atemübungen, die das Nervensystem beruhigen und die Grundspannung im Körper senken. So können Sie auch zwischen den Behandlungen selbst aktiv werden.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Viele private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen beteiligen sich an den Kosten einer osteopathischen Behandlung. Auch einige gesetzliche Krankenkassen bezuschussen Osteopathie, oft mit einer ärztlichen Empfehlung. Am besten fragen Sie vorab direkt bei Ihrer Kasse nach.

Unser Fazit

Tinnitus hat oft mehrere Ursachen. Die Osteopathie betrachtet den ganzen Menschen und arbeitet mit Spannungen in Körper, Kiefer, Wirbelsäule und Schädel. Ergänzt durch Entspannungstechniken kann sie die ärztliche Behandlung unterstützen.

Sie möchten mehr erfahren? Vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Osteopathie-Praxis in der St.-Paul-Straße 9.

Quelle: AWMF S3-Leitlinie „Chronischer Tinnitus“, Register-Nr. 017-064, 2021

Autorin: Bettina Benedikt · Stand: Oktober 2026

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