Schulter-Impingement und Schmerzen der Supraspinatus-Sehne

Schmerzen beim Heben des Arms, beim Anziehen einer Jacke oder nachts beim Liegen auf der Seite: Dahinter steckt häufig ein Impingement der Schulter, oft verbunden mit einer gereizten oder entzündeten Supraspinatus-Sehne.

In diesem Beitrag erklären wir, wie ein Schulter-Impingement entsteht, an welchen Beschwerden Sie es erkennen und wie wir es in unserer Physiotherapie in München behandeln. Außerdem beantworten wir häufige Fragen zu Behandlungsdauer, Verordnung und Operation.

Typische Beschwerden beim Schulter-Impingement

  • Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms, besonders im mittleren Bewegungsbereich
  • Schmerzen in der Nacht, vor allem beim Liegen auf der betroffenen Seite
  • Beschwerden bei Tätigkeiten über Kopf, etwa beim Haarekämmen oder Aufhängen von Wäsche
  • Ausstrahlende Schmerzen in den Oberarm

Die Diagnose stellt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Wir führen zu Beginn der Behandlung zusätzlich einen ausführlichen physiotherapeutischen Befund durch.

Was passiert beim Impingement?

Beim Impingement wird es unter dem Schulterdach zu eng. Der Oberarmkopf steht nicht mehr optimal zentriert in der Gelenkpfanne und rückt beim Anheben des Arms nach oben. Dabei werden die Supraspinatus-Sehne und der Schleimbeutel eingeklemmt und gereizt.

Unser Ziel in der Physiotherapie: wieder Platz im Gelenk schaffen, die Ursachen der Fehlstellung behandeln und die Schulter so stabilisieren, dass sie belastbar bleibt.

Die Schulter zentrieren

Der wichtigste Schritt ist, den Oberarmkopf wieder in die Mitte der Gelenkpfanne zu bringen. Nur ein zentrierter Oberarmkopf lässt der Sehne genug Raum unter dem Schulterdach.

  • Mobilisation nach unten: Mit gezielten manuellen Techniken mobilisieren wir den Oberarmkopf nach unten (kaudal). So entsteht wieder Platz für Sehne und Schleimbeutel.
  • Dehnung der hinteren Kapsel: Eine verkürzte hintere Gelenkkapsel drückt den Oberarmkopf bei jeder Bewegung nach vorne oben. Durch gezieltes Dehnen gewinnt das Gelenk seinen normalen Bewegungsweg zurück.

Brust- und Halswirbelsäule mitbehandeln

Die Schulter arbeitet nie allein. Damit der Arm frei über den Kopf gehen kann, muss sich die Brustwirbelsäule mit aufrichten und drehen. Ist sie steif, etwa durch viel Sitzen am Schreibtisch, kippt das Schulterblatt nach vorne und das Schulterdach wird enger. Deshalb mobilisieren wir die Brustwirbelsäule immer mit.

Auch die Halswirbelsäule spielt eine Rolle: Eine ungünstige Haltung, zum Beispiel ein nach vorne geschobener Kopf, verändert die Spannung der Nacken- und Schultermuskulatur und beeinflusst so die Stellung der Schulter.

Die Rotatoren kräftigen

Die Muskeln der Rotatorenmanschette sind die natürlichen Stabilisatoren der Schulter. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben: Sie ziehen den Oberarmkopf beim Heben des Arms nach unten in die Pfanne und halten ihn dort zentriert. Sie wirken also als sogenannte Kaudalisatoren.

Sind diese Muskeln zu schwach, gewinnt der große Deltamuskel die Oberhand und zieht den Oberarmkopf nach oben, genau unter das Schulterdach. Mit gezieltem Training stärken wir die Rotatoren genau in dieser Funktion, damit die Schulter auch unter Belastung zentriert bleibt.

Eigenübungen und unsere Kletterwand

Der Behandlungserfolg hängt entscheidend davon ab, dass Sie auch zu Hause aktiv werden. Wir stellen Ihnen ein individuelles Übungsprogramm zusammen, das Sie regelmäßig und ohne großen Aufwand durchführen können.

Eine besondere Ergänzung ist unsere therapeutische Kletterwand. Beim Klettern arbeitet die Schulter im geschlossenen System: Die Hände haben festen Kontakt zur Wand. So lassen sich Kraft, Stabilität und Zentrierung der Schulter mit fein abgestimmten Übungen gezielt und gelenkschonend trainieren.

Osteopathie als Ergänzung

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk unseres Körpers. Gerade deshalb reagiert es besonders empfindlich auf Züge und Spannungen, die an ganz anderer Stelle im Körper entstehen, etwa im Becken, im Brustkorb oder in den Faszien.

Die Osteopathie betrachtet diese Zusammenhänge und löst Spannungen in den verschiedenen Ketten des Körpers. In Kombination mit der Physiotherapie kann sie die Behandlung unterstützen und der Schulter helfen, freier zu arbeiten.

Wie lange dauert die Behandlung?

Das ist sehr individuell und hängt davon ab, wie lange die Beschwerden schon bestehen und wie regelmäßig die Eigenübungen durchgeführt werden. In der Regel wird ein Impingement zunächst über mehrere Monate konservativ behandelt, also mit Physiotherapie und Training.

Welche Verordnung benötige ich?

Gesetzlich Versicherte benötigen eine ärztliche Verordnung. Für die Schulterbehandlung gibt es eine Blankoverordnung: Damit können wir Ihre Behandlung über drei Monate mit individueller Therapieform und Frequenz auf Sie abstimmen. Privatversicherte und Selbstzahler sprechen uns gerne direkt an.

Wann ist eine Operation nötig?

Ob eine Operation sinnvoll ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Laut ärztlicher Leitlinie wird sie in der Regel erst erwogen, wenn eine konsequente konservative Behandlung über längere Zeit keine ausreichende Besserung gebracht hat.

Unser Fazit

Ein Impingement lässt sich in vielen Fällen gut konservativ behandeln, wenn alle Bausteine zusammenspielen: Zentrierung des Oberarmkopfes, Mobilisation von Brust- und Halswirbelsäule, Kräftigung der Rotatoren, regelmäßige Eigenübungen und bei Bedarf Osteopathie.

Unser Team ist auf die Schulter spezialisiert. Sie haben Schulterschmerzen? Vereinbaren Sie gerne einen Termin bei uns in der Pettenkoferstraße 44.

Quelle: AWMF S2e-Leitlinie „Subacromiales Impingement“, Register-Nr. 033-056, 2021

Autorin: Bettina Benedikt · Stand: Oktober 2026

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